Charlottenburg sagt Danke

Manchmal stolpert man regelrecht in die Geschichte. Ein Mitstreiter erzählte bei unserem Treffen Ende August von den Spuren der heftigen Kämpfe in den letzten Kriegstagen 1945 vor der Befreiung Berlins in unserem Kiez. Polnische Soldaten hätten gerade am Karl-August-Platz die letzten verbarrikadierten Wehrmachtssoldaten im Häuserkampf besiegt. Die Krumme Straße sei voll von Zeugnissen dieser Kämpfe, berichtete er. Das hatten wir noch nicht gesehen und uns auch nicht bewusst gemacht. Eine Mitstreiterin ging am Abend nach Hause und suchte im Web nach weiteren Informatioen. Dabei entdeckte sie die Nachricht, dass am 1. September in Charlottenburg diesen polnischen Kämpfer*innen ein Denkmal an der Straße des 17. Juni gewidmet werden soll. Am 1. September, dem Internationalen Tag des Friedens – der Tag, an dem 1939 mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen der 2. Weltkrieg begann.

Wir haben sofort beschlossen, dieses Denkmal als Nachbarschaftsinitiative zu unterstützen. Und diese Geschichte weiterzuerzählen und damit zu pflegen.

In der Presseerklärung zur Denkmaleinweihung heißt es:

Hunderttausend Polinnen und Polen kämpften vom ersten bis zu letzten Tag des Zweiten Weltkriegs an allen Fronten gegen Hitlerdeutschland und seine Verbündete. Das Denkmal für die polnischen Befreierinnen und Befreier vor der TU Berlin soll ein Zeichen des Dankes an unsere polnischen Nachbarinnen und Nachbarn sein, den Versöhnungsgedanken stärken und an die Bewahrung demokratischer Werte in Europa erinnern.


Polnische Kriegsveteranen, die in Berlin – Charlottenburg (und speziell auch in unserem Kiez) “für unsere und eure Freiheit” gekämpft haben, nahmen an der feierlichen Denkmaleinweihung teil. Hauptinitiator ist die VVN-BdA, ein überparteilicher Zusammenschluss von Verfolgten des Naziregimes, Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfern, Antifaschistinnen und Antifaschisten aller Generationen. Seit 2015, nach einem ersten Besuch der Veteranen der 1. Polnische Armee im Rathaus Charlottenburg-Wilmersdorf, versucht der Verein das Gedenken an den Einsatz der Soldaten und Soldatinnen in unserem Bezirk zu gestalten. Viele Initiativen und die TU Berlin haben an der Umsetzung mitgewirkt

Der Karl-August-Platz war im April-Mai 1945 ein wesentlicher Kampfplatz, Spuren an der Kirche und auf dem Pflaster zeugen noch heute davon. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann bedankte sich für die Teilnahme an der Gedenkfeier und begrüßte den Gedanken, vielleicht auch durch eigene Projekte diesen Teil der Geschichte zu würdigen und erfahrbarer zu machen.

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