Hier spielt die Musik: leider (noch) nicht

Wie kommt mehr Leben auf den Karl-August-Platz? Was wäre, wenn die Krumme Straße gesperrt ist? Wir können uns das sehr gut vorstellen. Seit November arbeiteten wir vor allem an einer Idee: Der Karl-August-Kiez lädt ein zur Fête de la Musique. Leider wird daraus 2020 nichts.

Was braucht es, um ein Fest auf die Beine zu stellen? Das haben wir recht gut im Blick , weil unser Mitstreiter Manfred schon im Januar dazu den Masterplan entwickelt hatte. Als erstes braucht es Geld für alle möglichen Sicherheitsfragen, aber auch für die Musiker. Außerdem viel Unterstützung, um die tausend Details zu erforschen, zu regeln, zu besorgen, die ein Straßenfest so mit sich bringt. Natürlich brauchten wir als erstes gute Musiker – auch die waren schon gefunden und ausgewählt. Für eine musikalische Weltreise am Sonntag, den 21. Juni 2020 auf der Bühne in der Krummen Straße.

Winterarbeit für einen musikalischen Sommersonntag

Ein Team kümmerte sich um das Sponsoring, ein anderes um alle Fragen des Ordnungsamtes. Wir waren schon mit den Gaststätten in der Krummen Straße im Gespräch, um die Bewirtung für alle gut zu regeln. Die Trinitatis-Gemeinde, das AKD und die Friedensgemeinde waren schon als Partner gewonnen. Vielleicht hätten wir es sogar geschafft, am Vortag gemeinsam das Spiel Portugal gegen Deutschland in der Fußball-Europameisterschaft als Public Viewing schon gemeinsam zu schauen?

Wir dachten schon über das Umweltkonzept nach, die Aufsicht und die Toilettenreinigung. Manchmal wurde uns etwas mulmig, bei sovielen Fragen, die ein Straßenfest so mitsichbringt. Als Feierabendveranstalter hatten wir sicherlich genug Courage und Vertrauen in das eigene Management. Eine Checkliste des vom Land Berlin mit der Organisation beauftragten Musicboard Berlin half uns enorm, unser Engagement für die erste Fête de la Musique am Karl-August-Platz, solide zu organisieren.

Leider kam dann das, was wir alle noch nicht kannten, nicht wussten und uns nicht vorgestellt hätten: die Corona.Pandemie. Und damit viele neue Auflagen und Anforderungen, um uns zu schützen, die Musiker*innen und unsere Nachbarinnen und Nachbarn. Deshalb haben wir schweren Herzens aber mit realistischem Sinn diese Absage geschrieben:

Liebe Musikgruppen, Chöre, Bands und Solomusiker
Liebe Gastronomen,
Liebe Spender(innen),
Lieber Pastor Naujeck, lieber Pfarrer Hutter-Wolandt
Lieber Bezirksbürgermeister Reinhardt Naumenn,
und liebe Gönner(inen) und Aktive unserer Bürgerinitiative
Feté de la musique 21.6.2020
Unsere Karl-August-Kiez-Initiative haben wir zum Wohl aller Kieznachbarn gegründet und wollen mit einer Veranstaltung in der Pandemiezeit dieses Wohl nicht negativ beeinflussen.
Wenn wir gemeinsam ein Fest feiern, dann soll es auch für jeden fröhlich und entspannt sein.
Die internationale Pandemie Corona Covid-19 hat sich vorgedrängelt und will unsere geplante Veranstaltung nicht zulassen. Wir werden uns dem Schicksal fügen und wollen auch nicht auf Vorschriften und Verbote warten. Deshalb werden wir erst dann wieder ein Fest feiern können, wenn erfolgreiche Maßnahmen greifen und die Pandemie besiegt ist.

Für Eure Zusagen und Vorbereitungen bedanken wir uns ganz herzlich. Es wäre ein wunderschöner, bunter Musiktag geworden. Lasst uns rechtzeitig eine After-Corona-Party planen und bleibt mit ABSTAND gesund.

Manfred Kuhnle, Berlin Ostern 2020
© Jim Kroft for Fête de la Musique Berlin 2019

#musikhilftjetzt: Auf zur Fête de la Haus-Musique

Trotzdem überlegen wir noch, wie wir den Sommeranfang am Karl-August-Platz zum Klingen bringen? Eine Übersicht über die Aktivitäten und Aktionen in der ganzen Stadt wird in Kürze auf der Website zur 25. Fête veröffentlicht. Schon jetzt unterstützt die Fête unter #musikhilftjetzt zahlreiche Aktionen und hat eine Übersicht, mit welchen Online-Tools man auch auf Distanz gemeinsam Musik machen kann.

Was passiert bei der Fête de la Musique 2020?

  • Musikmachen zuhause: für die Familie und Mitbewohner im eigenen Haushalt 
  • Musikmachen auf dem Balkon / aus dem offenen Fenster/ mit der Hausgemeinschaft 
  • Musikmachen fürs Netz: Live oder als Aufzeichnung (ohne Publikum) 
  • gemeinsames Musizieren mit Abstand, verbunden durch Internet, Radio und TV: als größter digitaler Chor/Orchester der Welt 
  • Musik genießen: als Stream, im Radio, im Fernsehen 
  • Menschen mit einem musikalischen Gruß überraschen

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