Hochbeetbank

Hochbeete – da ist der Wurm drin

Ist das Kunst oder kann das was? – Beides! Anfang Mai wird der Karl-August-Platz zu einem Ort der Anwendungskunst und Vorführraum für den Kiez zum Einstieg in das »Urban Gardening«. Die Weltbürgerin und Pflanzenkünstlerin Gudrun Ingratubun und das Team von KiezSchön werden in Kürze vier Hochbeet-Stadtmöbel aufstellen.

Bereits seit Wochen ist die Künstlerin zusammen mit Kaya Triebler und Kunigunde Berberich dabei, aus so viel Altholz wie möglich, im Hochbeetlabor BHROX bauhaus reuse auf der Mittelinsel des Ernst-Reuter-Platzes, einen Prototyp zu fertigen. Die neuen Hochbeete mit Sitz-, Kompost- und Ausstellungsmöglichkeit entstehen als Projekt der AG Kiezkultur. Diese multifunktionalen Eigenschaften laden zum Verweilen auf der Bank ein, demonstrieren ganz praktisch mit der Kompostkiste, wie in der Stadt mit organischen Wertstoffen verfahren werden kann und bieten Dank der Schwarzen Bretter eine lange vermisste Möglichkeit für die Menschen im Kiez, auch ohne Internet miteinander Informationen austauschen zu können.

Kompostkiste unter dem Hochbeet

Unter den Bänken ist Stauraum für Werkzeug oder die schon erwähnte Kompostkiste. Da sind die Würmer drin. Die sind aber sehr, sehr klein und werden Micro-Organismen genannt. In einer Zinkwanne werden die Blätter und andere Pflanzenteile gesammelt und bilden dank dieser unsichtbaren Helferlein innerhalb weniger Monate neuen Humus. Das Verfahren ist hervorragend für den Balkon oder Hinterhof geeignet, denn es liefert kostenlose Blumenerde.

Das durch die Stabsstelle Bildung für nachhaltige Entwicklung Charlottenburg-Wilmersdorf geförderte Projekt ist Teil der Idee, dass wir Menschen aus dem Kiez und von drumherum gemeinsam die Gestaltung für einen lebenswerten Kiez selbst übernehmen.

Verkehrsberuhigung durch Hochbeete

Die Krummestraße soll von der Raserei befreit werden. Im Rahmen des zwei-monatigen Versuchs, dies durch eine Erweiterung des Karl-August-Platzes zu erreichen, wird die Krummestraße zwischen Pestalozzi- und Goethestraße zu einer Art Platz am Platz: wo bis jetzt eine Verengung der Fahrbahn ist, werden der Gehweg auf der Westseite und der Marktplatz durch eine Umwidmung der ca. 10 Meter langen Verengung verbunden.

Da bisher trotz einer bereits verkehrsberuhigten Zone keine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit erreicht werden konnte, wird das winzige Teilstück in eine Fußgängerzone umgewandelt – hier finden die Hochbeete ihren Platz. Das hat zur Folge, dass nun kein Durchgangsverkehr von der Kantstraße zur Bismarckstraße mehr möglich sei wird. Kinder können an dieser Stelle dann gefahrlos vom Gehweg des Wohnblocks auf den Platz gelangen, ohne eine Fahrbahn überqueren zu müssen.

Lebensqualität durch Hochbeete

Die Menschen im Kiez werden dadurch von einer erheblichen Reduzierung des Verkehrs profitieren. Die Karl-August-Initiative führt vor, während und nach der Erprobungsphase ausführliche Verkehrszählungen durch, um den Effekt empierisch zu ermitteln. Damit einher geht eine deutliche Senkung des Schallpegels, da die Fahrzeuge nicht nur weniger werden sondern die verbleibenden Autos dank der Teilung der Krummestraße in einen nördlichen und einen kurzen, südlichen Abschnitt im Bereich der Platzes nicht mehr so rasen können. q.e.d.

Fotografische Impressionen aus der Hochbeet-Werkstatt finden sich auch auf der Website von Gudrun Ingratubun.

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