trockene Früchte der Stockrose

So lasst uns eine Malve pflanzen … es ist an der Zeit

Im September ist die richtige Zeit, sich ohne besonderen Aufwand um eine Stockrosen-Pracht für das jeweils übernächste Jahr zu engagieren. Es ist ganz einfach. Man braucht nur auf öden Baumscheiben ein paar Samen oder ganze Samenkapseln (die Frucht) in 4 Zentimeter Tiefe einzubringen. Fertig.

Dazu eignet sich eine kleine, spitze Blumenkelle (Handschaufel). Einmal in den Boden stechen, etwas wackeln und in die entstandene Spalte Samen oder ganze Samenkapseln (Früchte) fallen lassen. Einmal drauftreten, fertig.

Wenn der Boden so verdichtet ist, dass eine kleine Schaufel nichts ausrichtet oder die Baumscheibe stark verwurzelt ist, helfen ein Stemmeisen und ein Hammer: damit schlägt man ein Loch in den Boden und lässt die Samen(kapsel) hineinfallen. Fertig.

Im ersten Jahr trägt die Pflanze nur hübsche Blattrosetten. Im Zweiten dann die schönen Blüten in kräftigen Farben, wie Rot, Purpur oder dunkelrot. Selten in Gelb und fast nie in Weiß.

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Noch grüne bzw. gelbe Früchte können in Gänze vergraben werden: 4 Zentimeter tief.

Die Samen der Stockrosen sind nicht teuer: gratis

Jeder Stängel trägt einige Früchte, die im Schnitt rund 40 Samen enthalten. Es handelt sich dabei nicht um Blütenknospen sondern um die Samenfrüchte. Die Samen können Sie genau jetzt (Ende August, Anfang September bis Oktober) an den diesjährigen Pflanzen selbst ernten.

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Trockene Früchte lassen sich leicht zerreiben … 

Die trockenen Tage haben einige Samenkapseln bereits lagerfähig gemacht. Um die Samen einzusammeln, braucht man sie nur zu zerreiben und die Spreu vorsichtig wegzupusten.

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… die Spreu pustet man vorsichtig beiseite und kann die Samen heraus sammeln.

Noch grüne Samenkapseln können so, wie sie sind, sofort an einem neuen Standort eingebuddelt werden. Macht am wenigsten Arbeit. 
Bei regennassen Samenkapseln ist eine Weiterverarbeitung oder Lagerung erst nach dem Trocknen ratsam. 

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Im Schnitt 40 Samen ringförmig um eine Nabe angeordnet: so stecken sie in der Frucht bzw. Samenkapsel.

Stockrosen haben natürlich auch gern fruchtbaren Boden. Doch gerade, weil sie eben auch mit geringeren Ansprüchen klarkommen, haben sie auf verödeten Baumscheiben, auf denen sonst kaum etwas wachsen will, ihre Chance.

Wer mehr Zeit hat, kann etwas Mulch auf der Baumscheibe verstreuen, das hält die Feuchtigkeit besser. Man gießt die Baumscheibe ab und zu, um den Mulch feucht zu halten. Auch etwas Blumenerde schadet nicht.

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Samen der Stockrose.

Rüsselkäfer

Leider sind viele Pflanzen von Insekten befallen, die man früher Schädlinge nannte. Inzwischen sind sie zwar nicht zu Nützlingen mutiert. Da es jedoch ihre Natur ist, zum Beispiel ihre Eier in Malvensamen zu legen, nennen wir sie in der modernen Jurisprudenz neutral Insekten – bis ihre Schuld bewiesen ist. Doch nun Scherz beiseite.

Der ärgerlichste Parasit – weil häufigster – ist die Gattung der Rüsselkäfer. Im Gegensatz zum Elefanten, der den Rüssel als Greifhand verwendet und die Nahrung damit in den Mund steckt, frisst der Rüsselkäfer direkt mit ebendem. Er raspelt damit nur Pflanzenteile, die er sogleich verspeist. Der Wirtspflanze macht das wenig.

Im Engeren Sinn ist es die Larve des Rüsselkäfers, die uns stört. Der Käfer legt seine Eier in die Samen. Dort entwickelt sich seine Made und frisst die Samenscheibe von innen auf. Damit ist der Samen natürlich keiner mehr und daher unbrauchbar. Man erkennt den Befall an einem kleinen Loch in der Samenkapsel sowie an der Samenscheibe selbst, die das gleiche Loch an ihrer dicksten Stelle seitlich aufweist.

Ein Rüsselkäfer. Dieser stammt von den Stockrosen am Spielplatz in der Goethestraße und ist inklusive Rüssel etwa 5 Millimeter lang. Größere Exemplare ernähren sich von unangeleinten Hunden.

Wenn man Geduld hat, kann und sollte man diese Samen aussortieren. Sonst kann es passieren, dass der normalerweise einjährige Entwicklungszyklus sich im Winter während der Lagerung in zu warmer Umgebung in der halben Zeit nochmals abspielt und weitere Samen befällt, die dann ausfallen. Schade um die Mühe des Sammelns.  

Fotos: Daniel Tietze, Berlin 2020. Lizenz: CC BY 3.0 DE.

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